Frau Müller muss weg 

von Lutz Hübner

Seit wann sind denn Eltern objektiv? Was ist denn das für ein Bockmist? Ihr missbraucht Eure Kinder, um Eure moralischen Bauchschmerzen zu kurieren!

 

Schulkinder zu haben bedeutet für Eltern ein gnadenloses Wettrennen um die Spitzenplätze bei den Versetzungszeugnissen. Hindernisse, die den Kleinen auf dem Marsch in die „Exzellenz“ im Weg stehen, müssen unter allen Umständen ausgeschaltet werden. In unserem Beispiel ist ein solches Hindernis die Klassenlehrerin, Frau Müller, die klare Prinzipien vertritt und den Kindern mit realistischen Zensuren (aus Sicht der Eltern: „mit schlechten Noten“) den Wechsel aufs Lyzeum unmöglich macht. Denn nur die Aussicht auf eine akademische Karriere verheißt den Kindern ein erfolgreiches Leben und ihren Eltern die Chance, sich mit den Kindern zu profilieren – alles andere als das Lyzeum bedeutet Sackgasse, Versagen, Scheitern. Wir sind Zeugen einer Elternversammlung im Klassenzimmer. Die vermeintliche Idylle eines Raums, in dem Kindern Zeit und Freiheit zur Entwicklung gegeben werden soll, wandelt sich schnell zum Kriegsschauplatz. Die Eltern arbeiten sich an Frau Müller ab, denn der Ruf der Kinder (aber vor allem der der Eltern selbst) ist in höchster Gefahr.

© Hartmann & Stauffacher Verlag, Köln - Alle Rechte vorbehalten.

 

Vorstellung in deutscher Sprache
Besetzung:
George Bîrsan
Ioana Livia Predescu
Vlad Nemeș

Diana Nichiteanu
Irina Piloș
Ramona Olasz

Eintrittspreis: 35 lei
Dauer: 90 min.
Sitzplatzreservierung: 0749 053 024